OMG — Oh My God
Trainingsgruppe Zwei: Die Saison 2013/14 beginnt bei den Kraichgauern mit einer Rundumerneuerung des Kaders. Spieler wie Daniel Williams, Igor de Camargo und Chris haben den Verein verlassen. Bis dato etablierte Kräfte wie Tim Wiese, Tobias Weis, Edson Braafheid, Matthias Jaissle und Matthieu Delpierre werden von Trainer Markus Gisdol aussortiert und in die sogenannte „Trainingsgruppe 2“ versetzt. Diese darf nicht mit den anderen Spielern trainieren und nimmt auch nicht am Spielbetrieb der zweiten Mannschaft teil. Nach heftiger öffentlicher Kritik wird sie im September 2013 aufgelöst. Zur Rückrunde verlassen bis auf Tim Wiese alle Spieler den Verein.
Pokal-Pleiten: Den ,,kürzesten Weg nach Europa“ über den DFB-Pokal scheint 1899 Hoffenheim kalt zu verschmähen. Seit dem Bundesliga-Aufstieg 2008 kommt der Klub nie weiter als bis ins Viertelfinale. Von 2017 bis 2019 ist dreimal in Folge in der zweiten Runde Schluss. Die letzte Teilnahme unter den besten acht Teams gibt es 2014/15 (Stand: Dezember 2019), als man erst nach Verlängerung beim BVB (2:3) ausscheidet!
Keine Lust auf Hoffe: Der TV-Sender Sky präsentiert in der Saison 2018/19 266 Bundesliga-Partien. Im Schnitt schalten fünf Millionen Zuschauer am Spieltag ein, alleine die Topspiele zwischen Borussia Dortmund und Bayern München sehen jeweils über zwei Millionen Menschen. Doch es gibt auch Spiele, die „keine Sau“ sehen will. In der Saison 2018/19 sind es genau vier Spiele, die unter dem technisch messbaren Bereich (mindestens 5.000 Zuschauer) bleiben und somit statistisch gesehen von null Personen gesehen werden.Es sind: Mainz 05 gegen VfL Wolfsburg am 26. September in einer englischen Woche und drei Partien vom letzten Spieltag der Saison 2018/19. Hertha BSC gegen Bayer 04 Leverkusen, VfL Wolfsburg gegen den FC Augsburg und Mainz 05 gegen 1899 Hoffenheim.
Der Fadenkreuz-Skandal beim Spiel Bayern gegen Hoffenheim im Februar 2020 war der größte OMG-Moment der jüngeren Vereinsgeschichte. Ein Bundesligaspiel, das zweimal unterbrochen wird, Spieler, die sich aus Protest den Ball zuschieben, und ein weinender Mäzen auf der Tribüne – Bilder, die um die Welt gingen.
Die Folgen waren weitreichend: Das DFB-Sportgericht diskutierte Kollektivstrafen, Fan-Dachverbände positionierten sich, und Hoffenheim stand plötzlich im Mittelpunkt einer Grundsatzdebatte.

