Personae Non Gratae
Tim Wiese – Das Missverständnis: Elf Pflichtspiele und davon nur einmal ohne Gegentreffer, so lautet die bittere Bilanz des “Torwart-Prolls“ bei der TSG. Wiese lehnt 2012, so die Fußball-Legende, auf Drängen seines Beraters Roger Wittmann, ein Angebot von Real Madrid ab, um in den Rhein-Neckar-Kreis zu ziehen. In jedem Fall eine unkluge Entscheidung, wie sich herausstellt. Ersatzmann bei Real Madrid hinter Iker Casillas oder Trainingsgruppe 2 in Hoffenheim? Unter Trainer Marco Kurz ist der in den ersten Saisonspielen patzende Nationalspieler nach der Verpflichtung von Heurelho Gomes plötzlich nur noch die Nummer drei unter den Torhütern der Kraichgauer. 2014 gibt der damals 32-Jährige seinen Rückzug aus dem Profifußball bekannt und erlöst damit nicht nur Hoffenheims Bank(-konto).
Sandro Wagner – der Egoshooter: Selbstdarsteller Sandro W. macht in seiner Zeit bei Hoffenheim auch durch lautes Kundgeben seiner Meinung und Selbstinszenierungen auf dem Platz von sich reden. Der 1,94 Meter große Stürmer redet schon immer gerne und viel und nun, auf der großen Fußballbühne angekommen, hört ihm endlich jemand zu. Trotz öffentlicher Kritik an so gut wie allem hält Hoffenheim stets zu ihm und so avanciert Torjäger Wagner zum Nationalmannschafts-Kandidaten. Wagner sieht sich als Schwimmer gegen den Strom, polarisiert und ist in fremden Stadien der Buhmann. Als ihn Joachim Löw kurz vor der WM 2018 aus dem Kader streicht, führt er das auf seine direkte Art zurück und tritt nach acht Länderspielen zurück. Deutschland kann es verkraften. Seinen Abgang in Richtung Bayern München kommentiert Trainer Nagelsmann mit der „Möglichkeit für andere Spieler, Verantwortung zu übernehmen und sich neu zu beweisen." Abschiedsschmerz klingt anders.
Neidische Bundesligamanager – Haters gonna hate: Christian Heidel wird im Jahr 2007, vor einem Spiel von Mainz gegen Hoffenheim, von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit den Worten „Schade, dass so eine Mannschaft einen der 36 Plätze im Profi-Fußball wegnimmt“ zitiert. „Scheiß Millionäre“, „Ohne Dietmar wärt ihr gar nicht hier“, „mit Hopp als Mäzen geht der Sport kaputt“, „Retortenklub mit Söldnern“ – das sind nur einige Zitate, mit denen der Aufstieg der TSG Hoffenheim missgünstig von anderen Bundesliga-Klubs kommentiert wird.

Hans-Joachim Watzke und BVB-Ultras – Ohne Kommentar: Der Vorstandsboss von Borussia Dortmund profiliert sich gerne als Chefkritiker von Investoren getriebenen Modellen im Profifußball. Dabei ist er Chef des einzigen an der Börse notierten Fußballvereins in Deutschland. Auch für „Hoffe“ hat der Fußballromantiker der besonderen Art wenig freundliche Worte übrig und formuliert auf der Jahreshauptversammlung des BVB im November 2009: „Gerecht geht es definitiv nicht zu. Man kann nicht als VfL Wolfsburg oder... wie heißen die...T...HG oder TSG Hoffenheim alle Sahne aus dem ganzen Thema rauslutschen. Die großen Klubs, Borussia Dortmund, Schalke 04, Hamburger SV dazu benutzen, dass die Fans dieser Klubs sich vors Fernsehen setzen, Sky abonnieren, und das Geld, was dann in die Liga kommt, das wird nur erfolgsabhängig bezahlt.“
„Und Wolfsburg und Hoffenheim, die davon ohnehin schon genug haben, und nur mit einer Ausnahmegenehmigung, einem Geburtsfehler der deutschen Liga '98 überhaupt dafür eine Genehmigung bekommen haben, die partizipieren daran. Das finde ich nicht gerecht.“
BVB-Ultras – Ohne Kommentar: Herbst 2008 - auch bei Fußballfans stößt das Projekt Hoffenheim mit zunehmendem Erfolg nicht auf Zustimmung. Dortmunder Anhänger präsentieren ein Transparent mit Hopps Konterfei, einem Fadenkreuz und der Aufschrift: „Hasta la vista Hopp!“ Das Sportgericht will fortan mit Platzsperren und Geldstrafen gegen die Vereine vorgehen, deren Fans Hopp bedrohen. Im Fall der BVB-Ultras hilft das nichts. Nach erneuten Schmähungen gegen Hoffenheims Mehrheitseigner droht den Fans von Borussia Dortmund mittlerweile ein Stadionverbot bei der TSG. Während der 1:2 Niederlage des BVB am 20.12.2019 halten Dortmunder Anhänger in Sinsheim beleidigende Plakate in die Höhe und verunglimpfen Hopp mit Gesängen. Genau für einen solchen Wiederholungsfall hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes im Jahr 2018 einen Auswärtsbann in Aussicht gestellt. Die Dortmunder kommen bei der Verhandlung am 2. November 2018 nach den Ausfällen der eigenen Anhänger im Auswärtsspiel in Sinsheim am 22. September 2018 gerade noch so um einen Punktabzug herum. Das Sportgericht verhängt ein dreijähriges Stadionverbot auf Bewährung.
Spielerberater Roger Wittmann galt bei der TSG Hoffenheim über Jahre als Persona non grata. Der einflussreiche Agent hatte mehrfach Spieler aus Hoffenheim abgeworben und dabei die Interessen des Vereins missachtet.
