Kapitel 05

Schlüsselfiguren

Diese Typen prägen den Verein
3 Min. LesezeitAktualisiert: März 2026
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Dietmar Hopp – Der SAP-Mitgründer: Im Dörfchen Stebbach ändert sich am 4. Juni 1989 für die TSG Hoffenheim alles. Die Mannschaft verliert auf dem Dorfsportplatz 2:4 nach Verlängerung gegen den FC Stebbach und steigt nach einer desaströsen Saison in die Kreisliga ab. Einer der knapp 1.000 Zuschauer der Tragödie an diesem Tag soll Dietmar Hopp sein. Der Mitbegründer des späteren Software-Giganten SAP lädt den heutigen Präsidenten und damaligen Team-Organisator, Peter Hofmann, wenige Tage später in sein Büro ein. Hopp möchte seinen Herzensverein unterstützen, Hofmann stimmt zu. Aus kleinen Trikotspenden werden große Investitionen, die den Verein letztendlich wieder auf die Füße stellen. Hopps Investitionen führen den Verein über die Regionalliga zurück in den Profifußball. "Natürlich hätten wir ohne Dietmar Hopp niemals zweite Liga, Bundesliga oder Champions League gespielt", gibt Peter Hofmann gegenüber dem SWR später zu. Rund 350 Millionen Euro investiert Hopp in den Verein. Unter anderem auch in den Bau der Arena in Sinsheim und das Vereins- und Trainingszentrum in Zuzenhausen.

Ralf Rangnick – Der Professor: Der „Architekt des Erfolgs” kommt 2006 nach Hoffenheim und schafft es die Mannschaft innerhalb von zwei Spielzeiten von der Drittklassigkeit heraus in die Bundesliga zu führen. So folgt nach dem Aufstieg in die 2. Liga direkt der Durchmarsch in die Bundesliga. Nach viereinhalb erfolgreichen, gemeinsamen Jahren kommt der Bruch. Auslöser ist der Verkauf von Luiz Gustavo an den FC Bayern in der Winterpause, den Rangnick nicht mittragen will. Er kämpft für den Verbleib des Spielers, doch Hopp will die Vereinskasse aufbessern. Nachdem Rangnick in seiner Amtszeit bereits mehrere Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben hat, setzt Hopp neue Prioritäten. Die unterschiedlichen Philosophien der „charakterstarken“ Männer sorgen für eine Trennung im Streit.

Vedad Ibišević – Der erste Bundesligatreffer: Der bosnische Stürmer schießt das erste Hoffenheimer Bundesligator überhaupt. Am ersten Spieltag im August 2008, im Rahmen des 3:0-Sieges bei Energie Cottbus, trifft er bereits in der 18. Minute. Im Oktober wird er „Fußballer des Monats”, danach Herbstmeister mit Hoffenheim und führt mit 18 Hinrundentreffern die Liste der Torschützen an, ehe ihn ein Kreuzbandriss ereilt. Der Traum von der Torjägerkanone platzt ebenso wie der von der Meisterschaft, ohne „Vedo“ ist die TSG nur halb so gut. Nach seiner Genesung glückt ihm bei einem Heimsieg gegen Hertha BSC (5:1) im September 2009 auch der erste Hattrick eines Hoffenheimers in der Bundesliga.

Julian Nagelsmann TSG Hoffenheim Trainer 2016-2019 Infografik
Erfolgreich mit dem Junior-Trainer Nagelsmann von 02/2016 bis 06/2019 – TSG Hoffenheim. Foto: Imago Images/ Eibner

Roberto Firmino – Der brasilianische Weltstar: Der brasilianische Stürmer sichert am 16. April 2011 mit seinem ersten Bundesligatreffer den 1:0-Heimsieg über Eintracht Frankfurt. Als Firmino von Brasilien nach Hoffenheim wechselt, bezeichnet ihn die lokale „Rhein-Neckar-Zeitung" als sportlichen Fehlgriff. Die vier Millionen Euro, die der Klub an Figueirense überwiesen hat, seien überteuert gewesen. Doch der wendige Offensivmann wird für Hoffenheim so schnell wertvoll wie er in Sinsheim heimisch wird. Er erzielt als Mittelfeldspieler in seinen vier Jahren bei der TSG 38 Treffer in 140 Bundesligaspielen. Seine Torgefährlichkeit und Schnelligkeit machen ihn schnell zu Hoffenheims wertvollstem Schützen. Als Liverpool anklopft, geht es auf die Insel. Für 41 Millionen Euro macht Hopp 2016 den damals teuersten Transfer der Bundesligageschichte klar. Sportdirektor Alexander Rosen erklärt gegenüber dem „Spiegel“, dass der Verein „auf solche Transfers angewiesen sei, um Einnahmen zu generieren und die Wirtschaftlichkeit des Klubs zu sichern".

Julian Nagelsmann – der Bubi-Trainer: Der bis dato jüngste Erfolgstrainer der Bundesligageschichte tritt in Hoffenheim das erste Mal ins Scheinwerferlicht. Als Nachwuchstrainer wird er 2014 mit 26 Jahren der jüngste U19-Meistertrainer mit den A-Junioren der TSG. 2015 gibt der Vorstand bekannt, dass Nagelsmann als Nachfolger von Huub Stevens als Cheftrainer für die kommende Saison geplant sei. Als der Niederländer aus gesundheitlichen Problemen im Februar 2016 ausfällt, übernimmt der Trainee frühzeitig das Zepter. Zum Zeitpunkt der Vertragsunterschrift hat er noch nicht mal seine Trainerausbildung vollständig beendet, doch dieses hält ihn nicht vom Erfolg ab: In 13 Spielen führt der 28-Jährige die fünf Punkte vom 16. Platz entfernte Mannschaft mit hoher taktischer Flexibilität zum vorzeitigen Klassenerhalt am 33. Spieltag. Unter ihm entwickelt die Mannschaft eine lange vermisste Heimstärke und erreicht bis Saisonende fünf Siege. Eine Saison später bringt er sein Team auf den vierten Tabellenplatz und schafft es in die Champions-League-Playoffs. 2018 qualifiziert sich die Mannschaft mit Rang drei direkt für die Champions League. Der Klub spielt durch Nagelsmann erstmals international und setzt Rekordsummen um.

Andrej Kramaric ist die personifizierte Hoffenheimer Konstanz. Seit 2016 im Kraichgau, entwickelte sich der Kroate zum torgefährlichsten Spieler der Vereinsgeschichte.

Oliver Baumann hielt zwischen 2014 und 2024 über ein Jahrzehnt das Hoffenheimer Tor und schaffte es 2024 sogar in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft.

Dietmar Hopp feiert mit dem Team der TSG Hoffenheim den Aufs
Dietmar Hopp feiert mit dem Team der TSG Hoffenheim den Aufstieg in die Bundesliga. Es ist der 30. Mai 2008. Foto: Imago Images/ nanopixx
Alle Kapitel: 01. Prolog 02. Good to Know 03. Für die Hater 04. Für die Lover 05. Schlüsselfiguren 06. Personae Non Gratae 07. Tragisch 08. OMG — Oh My God 09. Fun Facts 10. Special Moments 11. Weise Worte 12. Steckbrief [Annex]
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← Kap. 04: Für die LoverKap. 06: Personae Non Gratae →
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