Akte TSG 1899 Hoffenheim
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Momente Dramatische Wendepunkte

Rangnicks Durchmarsch und der Bundesliga-Schock 2008

2007/08 führt Ralf Rangnick die TSG aus der Regionalliga in die Bundesliga – und entfacht die „50 plus 1“-Debatte.

Mit 1899 Hoffenheim gelingt 2007/08 unter Trainer und „Fußball-Professor“ Ralf Rangnick der Durchmarsch von der Regionalliga in die Bundesliga. Aber: Nicht alle sind dem Wohltäter wohl gesonnen. Das finanzielle Engagement von Dietmar Hopp steht vom ersten Tag in der deutschen Fußball-Eliteliga in der Kritik.

Der Hauptvorwurf: Hopp, der nur als Mäzen auftritt und kein offizielles Amt im Verein innehat, unterhöhlt die in Deutschland geltende „50 plus 1“-Regelung.\n\nHopp, so sehen es jedenfalls die Kritiker, greife direkt ins operative Geschäft ein, was Investoren verboten ist. Auch wird 1899 Hoffenheim vorgeworfen, ein „Klub ohne Tradition“ zu sein. Die „Traditionskarte“, aber auch die „Der macht 50 plus 1 kaputt“-Karte spielt von Anfang an Hans-Joachim Watzke.\n\nDer Vorstandsboss von Borussia Dortmund, der 2008 beinahe neidisch in den Kraichgau zu blicken scheint, profiliert sich schnell als Chefkritiker des Modells Hoffenheim.

Es könne nicht sein, behauptet Watzke, „dass so eine Mannschaft [wie Hoffenheim] einen der 36 Plätze im Profifußball wegnimmt“. Die Sprüche aus München sind feinsinniger. „1899 Hoffenheim – Ich frage mich: Wo haben die sich all die Jahre versteckt?“, stellt Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, beim Rekordmeister auch für das „offene Wort“ zuständig, unmittelbar vor dem ersten Aufeinandertreffen in der Bundesliga am 5. Dezember 2008 eine nicht ganz unberechtigte Frage.

Mit 2:1 und durch den späten Siegtreffer von Weltmeister Luca Toni kann der Branchenriese den Emporkömmling vom Dorf abschmettern. „Toni erledigt Hoffenheim“, schreibt Italiens Fußball-Bibel Gazzetta dello Sport, „die Revolution bremst ab.“

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